Frigg vom Vossbarg

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2006 auf dem Hochwaldhof, Foto: Anja Tautges
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2006 auf dem Hochwaldhof, Foto: Anja Tautges

Aktuelles

15. Februar 2009

  • Vor wenigen Tagen erreichte uns eine ganz ausführlicher Bericht von Anja Tautges, der Besitzerin von Frigg.
  • Da war natürlich eine große Freude bei uns, so nettes und liebevolles über die Stute zu hören!

Geschichte

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  • Wenn man es ganz genau betrachtet, darf Frigg den Nachnamen Vossbarg nicht tragen.
  • Wir importierten sie 1985 im Bauch ihrer Mutter Pernille aus Dänemark.
  • Als wir Pernille an der Grenze vorzeigten, fragte der Zöllner nach dem Mehrwert und Uwe antwortete, er wüßte doch noch gar nicht, ob die Stute mehr wert sei......
  • Also Frigg ist eigentlich eine Fuglsangerin, aber, andererseits, wenn man den damaligen Preis für Pernille bedenkt und wir den Papa Glaður sowieso super fanden und ihn im gleichen Jahr für Cosi ausgewählt hatten, ist Frigg so gesehen unsere Zuchtidee und darf zurecht den Namen Vossbarg tragen.
  • Ehrlich gesagt, damals haben wir das gar nicht gewußt, Frigg wurde in Appen-Etz geboren, also war sie für uns ganz klar eine Vossbargerin.

  • Sie war ein wunderschönes großes Fohlen mit toller Ausstrahlung und guten Bewegungen und es gab beim Fohlenbrennen eine Prämie, die deutlich kleinere Fló vom Vossbarg konnte da nicht mithalten, sie wirkte zu dem Zeitpunkt recht heruntergekommen und matt.
  • Und auch als Jungstute sah Frigg immer gut proportioniert aus, sodass wir sie 3jährig zu Andreas Nick - es war unsere Uhlenhof Zeit - gaben.
  • Der Auftrag war, die Stute auf die Jungpferdematerialprüfung vorzubereiten.
  • Das eine oder andere Mal fuhren wir nach Dätgen, um den Stand der Vorbereitungen zu begutachten, aber natürlich auch, um die dort stationierten Hengste zu besichtigen und eine Auswahl für unsere Stutren zu treffen.
  • Andreas führte die Hengste und auch Frigg auf der Dorfstraße zu Fuß an der Hand oder bei den schnelleren Pferden zu Fahrrad an der Hand vor.
  • Ich glaube, das macht er noch heute so......beeindruckend damals...heute finde ich das eher, na ja...grob und viel zu hektisch für die Pferde.
  • Wie auch immer, seine Vorbereitungen waren okay und passend und Frigg konnte eine gute Materialprüfung für Jungpferde im Mai 1989 auf dem Basselthof absolvieren.
  • Von dort zurück gekehrt, hatten wir inzwischen für Frigg den Hengst Uhlenhof´s Topar ausgesucht, aus heutiger Sicht war das keine gute Idee, aber damals wussten wir es gar nicht besser. Frigg´s Fohlen Pálina und auch Sara´s Fohlen Lotta bekamen beide leider Ekzem.
  • Immer noch im Sommer 1989 gab es in Bad Segeberg eine Veranstaltung des Pferdestammbuch, ich meine, es war eine Verbandstutenschau
  • Und weil Frigg so gut auf dem Basselthof abgeschnitten hatte, beschlossen wir, sie von Andreas auch in Bad Segeberg vorführen zu lassen.
  • Und weil wir so gute Erfahrungen gemacht hatten und vertrauten, wurden wir nun etwas nachlässig und besichtigten unsere Frigg und ihren Ausbildungsstand in dieser Vorbereitungszeit nicht.
  • Ein schwerer Fehler....nach dem Motto: Vertrauen ist gut...Kontrolle ist besser!
  • Als Frigg in Bad Segeberg vom Hänger stieg, trauten wir unseren Augen nicht.
  • Das sollte unsere Stute sein?
  • Sie war überhaupt nicht in Schaukondition, viel zu dünn, völlig ungepflegt, was wir sinnloserweise noch zu retten versuchten, und sie war unruhig, ja hektisch!
  • Und logisch und verständlich, sie rangierte ganz am Ende aller Islandstuten, die schön herausgebracht und strahlend dort gezeigt wurden, auch von Andreas waren einige dabei.....
  • Kann sich ja sicher jeder vorstellen, wir waren stinksauer und uns war diese Vorstellung sehr peinlich.
  • Es war das letzte Mal dass Andreas ein Pferd von uns bekam.
  • Wieder zu Hause in Appen-Etz peppelten wir Frigg auf und nach einigen Wochen Erholung auf der Sommerweide, war sie wieder die schöne strahlende Stute, die wir kannten.
  • Wir verluden sie, um sie auf einem Islandpferdehof in Quickborn zur Stuteneintragung vorzustellen.
  • Und ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen: ich stand schon bei der Eintragungskommission, Gerd Gramann war dabei, als Uwe mit Frigg um die Ecke kam und Gerd Gramann ganz spontan sagte: was für eine tolle Stute, die muß mit zur Elitestutenschau zu NORLA nach Rendsburg.
  • Na, da war unsere Pferdewelt wieder in Ordnung und so fuhren wir mit unserem Pferd im Herbst zur NORLA, die Pferde standen damals übrigens dort im Tierzelt in Ständern angebunden.
  • Sie wurde nicht die Siegerin, erhielt aber den sehr begehrten Brand am Hals, das gibt es aus Tierschutzgründen heute auch nicht mehr. Wir aber waren stolz wie Oskar auf unser schönes Pferd.
  • Danach ging Frigg in die Fohlenpause auf die Weide zurück
  • Inzwischen wurde nun Andreas Trappe der Reiter und Ausbilder unserer Wahl und unseres Vertrauens und wir brachten Frigg zum Jahresanfang 1991 nach Altenberge.
  • Die Stute machte sich prima unter dem Sattel, aber Andreas war stets vorsichtig in seinen Prognosen, was den Ausgang oder Erfolg bei einer gerittenen Materialprüfung anging.
Erster Erfolg für die 5-jährige Stute
Frigg vom Vossbarg wurde 2. im Championat der fünfjährigen Stuten auf dem III.DIZ 1991


  • Am Tag der Materialprüfung fuhr ich natürlich nach Altenberge auf den Lindenhof und kam gerade passend, als Frigg lief. Einige Zuschauer zeigten sich mir gegenüber sehr beeindruckt und begeistert von den Bewegungen der Braunen, ich jedenfalls traute meinen Augen kaum.
  • Frigg zeigte einen Tölt, Trab und Galopp, wouuh, toll!!
  • Klar, ein wenig war es auch Aufregung, die sie so showmäßig gehen ließ, denn die ihr vertraute Ovalbahn war verändert durch Lautsprecher, Zuschauer und eben ganz anders als gewohnt.
  • Frigg bekam sehr gute Noten, ich glaube, sie siegte an diesem Tag in ihrer Altersklasse und hatte sich für das Deutsche Zuchtchampionat, das III. war es, qualifiziert.
  • Frigg blieb dann bei Andreas Trappe, wurde wie auch Dögg von ihm weitertrainiert und auf das Zuchtchampionat vorbereitet und beide Stuten reisten dann Ende Mai 1991 einmal längs durch Deutschland bis zum Ponsheimer Hof im Saarland.
  • Meine Güte, damals waren unsere Pferde noch ganz schön viel unterwegs, heute sehe ich das alles ein wenig anders und ich denke, viel unterwegs bedeutet durchaus für die meisten Pferde auch viel Streß!
  • Frigg lief in dieser Prüfung viel besser, Dögg hatte sich verschlechtert, aber wir waren total zufrieden mit beiden.
  • Noch auf dem Ponsheimer Hof kam ein langjähriger Freund auf mich zu, seine Frau wollte unbedingt eine braune Stute haben und ob er Frigg kaufen könne.
  • Ich glaube, ich knurrte etwas, weil ich wußte, wie Frigg war - stark, eigensinnig, selbstbewußt - wie ihre Mutter Pernille, auf jeden Fall nichts für ängstliche Reiter.
  • Ich riet von dem Kauf ab mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die Gattin ein Hasenfuß war.
  • Aber je mehr ich dagegen redete, desto bestimmter wurde der Kaufwunsch, es nützte alles nichts, die Gattin hatte sich in den Kopf gesetzt: braun, groß, geprüft, Elite...Frigg sollte es sein.
  • Andreas ritt Frigg vor, so ganz schlampig und lasch, ich sagte, brauchst dir keine Mühe zu geben, die kaufen nicht.
  • Aber sie kauften!
  • Frigg fuhr direkt vom Championat in ihre neue Heimat nach Bayern, keiner aus der Familie hat sie je geritten.
  • Hier endet eigentlich die Geschichte von Frigg......aber doch nicht ganz, denn wir hörten immer wieder, wie es so weiter ging.....

Frigg´s Geschichte nach dem Zuchtchampoinat Ende Mai 1991

  • Unsere Stute kam vom Zuchtchampionat gar nicht wieder in den Norden zurück, sondern zog direkt um nach Bayern ins Land der Franken.
  • Und es kam, wie ich vorher geahnt hatte.
  • Die leicht "hasenfüssige" Gattin des Käufers ritt eines Tages das Pferd im Gelände, irgendwann bog die Stute abrupt vom Weg ab, die Reiterin leider aber nicht, tja da war es mit der Liebe zu dem schönen braunen Pferd vorbei.
  • Der Käufer versuchte sich auch als Reiter und Erzieher und meldete uns, dass die Stute schlecht geritten sei.
  • Okay, das sahen wir schon ein bißchen anders, so schlecht konnte Andreas Trappe nicht geritten haben, dann hätte Frigg auf dem Zuchtchampionat bestimmt nicht so gut abschneiden können.
  • Später hörten wir dann, dass Frigg in die Zucht gestellt wurde und noch viel später, dass sie verkauft worden war und längere Zeit das Reitpferd eines älteren Herrn war.
  • Aber letzlich verliert sich hier ihre Spur für uns.......bis......
  • .....bis ich vor einigen Tagen einmal versuchsweise im Internet nach Frigg geforscht habe und auch pfündig wurde.
  • Ihre jetzige Besitzerin (seit 11 Jahren) hat sich gemeldet und vielleicht kann ich demnächst neues über Frigg berichten.
  • Und tatsächlich, jetzt geht es endlich oben aktuell weiter!

16.12.2007 JS


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